Jahresbericht 2011 für die NABU Umweltwerkstatt Wetterau e.V.

In Zahlen lassen sich die Aktivitäten der NABU Umweltwerkstatt Wetterau im Jahr 2011 wie folgt zusammenfassen:

  • 54 öffentliche Veranstaltungen
  • 1 Veranstaltungstrilogie „Peak Oil“
  • 1 Großveranstaltung: Bat-Night
  • 13 Tage Ferienspiele in Oster- und Sommerferien
  • 3 NABU-Naturführer-Kursreihen
  • 35 Einsätze mit dem Umwelt-Mobil / Solar-Café
  • 100 Abrufangebote
  • 44 Pressemitteilungen
  • 3 Fernsehbeiträge (2 x hr, 1 x ZDF)
  • 12 Radiobeiträge

Mitgliederstand

Die Entwicklung des Mitgliederbestandes stagniert. Es gab 2011 keine Neueintritte und drei Austritte. Damit entwickelte sich die Mitgliederzahl von 138 (31.12.2010) auf 135 am 31.12.2011. Gleichzeitig konnten aber im Wesentlichen durch die Aktivitäten und Veranstaltungen der NABU Umweltwerkstatt Wetterau 2011 (u.a. ZukunftsBotschafter-Ausbildungen) für den NABU im Wetteraukreis zahlreiche neue Mitglieder geworben werden. Die NABU Umweltwerkstatt Wetterau erhält vom NABU Wetterau aus dessen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen einen jährlichen Zuschuss. Dennoch sollten weitere Fördermitglieder für die Umweltwerkstatt geworben werden, um die dauerhafte Finanzierung der Arbeit sicherzustellen.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit der NABU Umweltwerkstatt Wetterau will vorrangig über grundlegende Zusammenhänge in Natur und Umwelt informieren und zu eigenem Handeln motivieren. In der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins geht es nicht um die politische Auseinandersetzung in gesellschaftlich umstrittenen Bereichen, sondern vielmehr um Aufklärung zu wissenschaftlich erwiesenen und durch den gesetzlichen Rahmen allgemein akzeptierten Sachverhalten.

  • 44 Presseinfos allgemeiner Art, Ankündigungen, Berichte von Veranstaltungen wurden verfasst.
  • Über 20-mal berichteten die Wetterauer Zeitung oder die Frankfurter Neue Presse ausführlicher über Veranstaltungen der NABU Umweltwerkstatt Wetterau.
  • Mehrere Hörfunk-Interviews für hr1 und hr4, Reporterbeiträge im Hessenfernsehen bei „Alle Wetter“
  • Die Internet-Seite www.umweltwerkstatt-wetterau.de ist identisch mit der Seite des NABU Wetterau (www.nabu-wetterau.de). Mindestens einmal pro Woche erfolgte eine Pflege und Aktualisierung der Seiten. An einen Verteiler von mittlerweile über 1.400 Adressen wurden in 2011 rund 25 Newsletter verschickt.
  • Es wurden zwei Halbjahresprogramme mit einer Auflage von je 5.000 Exemplaren aufgelegt und verteilt. Ein Teil der Auflagen konnte über die Kisten von Querbeet in rund 1.000 Haushalte direkt verteilt werden, im Gegenzug wurde auf der Rückseite eine Anzeige abgedruckt.
  • Zusätzlich zum Halbjahresprogramm wurde ein Faltblatt für die Ferienspiele in den Oster- und Sommerferien 2011 in einer Auflage von 5.000 Exemplaren gedruckt und flächendeckend über Schulen, Bibliotheken und andere Auslagestellen verteilt.
  • Im Juni war die Umweltwerkstatt Wetterau mit dem Solar-Café auf dem Hoffest des Pappelhofes in Beienheim vertreten.
  • Im September beteiligte sich die Umweltwerkstatt mit dem Solar-Café und einer kleinen LandArt-Station am „Wickstädter Kunstfest“.

Veranstaltungsprogramm

Erneut auf rund 50 Veranstaltungstage hat es das offene Programm 2011 gebracht. Publiziert über zwei Halbjahresprogramme, Internet, E-Mail-Newsletter und die Tageszeitungen im Wetteraukreis wurden Führungen, Vorträge, Kurse und Ferienspiele angeboten. Im Angebot waren Klassiker wie der „Pflanzenbestimmungskurs“ und die obligatorischen „Fledermauswanderungen“ im Sommer. Beispielhaft werden hier exemplarisch einige Veranstaltungen beschrieben:

Erstes nachhaltiges Umwelt-Kabarett

Die Verknüpfung von Natur und Kultur hat bei den Veranstaltungen der Umweltwerkstatt schon Tradition: Ob bei Weinproben, Lesungen oder Kunstfesten. 2011 wurde ein neues Format mit einem „Umwelt-Kabarett“ eingeführt, bei dem ausschließlich Akteure aus der Umweltwerkstatt eigene Programme entwickelt und vorgetragen haben.

Ferienspiele 2011

Nach den guten Erfahrungen der Vorjahre wurden 2011 sowohl drei Tage in den Osterferien, als auch erneut zwei Wochen am Stück Ferienspiele in den Sommerferien dem Lehrbiotop in Assenheim angeboten. Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren konnten sich für täglich abgeschlossene Themen anmelden und wurden jeweils in der Zeit von 9 bis 16 Uhr betreut und gemeinsam Naturerlebnisse ermöglicht. Das Mittagessen mit Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft wurde gemeinsam von den Teilnehmern zubereitet. Insgesamt nahmen rund 70 Kinder mit einer Dauer von einem bis zu zehn Tagen teil. Alle Teilnehmer, die mindestens fünf Tage dabei waren, bekamen anschließend den begehrten „Natur-Ranger-Ausweis“.

5. Wetterauer Bat-Night + Markt des guten Geschmacks

Schon zum fünften Mal fand 2011 die zweijährlich stattfindende Großveranstaltung „Bat-Night“ in Assenheim an der Wetter statt. Eine Veranstaltung, für die viele Leute über mehrere Tage mit der Vorbereitung beschäftigt sind und bei der während der Veranstaltung 15-20 ehrenamtliche Helfer im Einsatz sind. In den Vorjahren fand die Veranstaltung jeweils gut 1.000 Besucher. Leider öffneten sich 2011 pünktlich zu Beginn der Bat-Night die Himmelsschleusen und ein gut einstündiger Starkregen ließ einige Ausstattungsgegenstände über das Gelände wehen. Trotzdem fanden noch etwa 100 Besucher den Weg zur Bat-Night und nahmen an den Nachtwanderungen statt. Am nächsten Tag hatte sich das Wetter etwas beruhigt, so dass ein neues Veranstaltungsformat mit dem Titel „Markt des guten Geschmacks“ mehr Anklang fand. Es gab Spielstationen und Stände regionaler Erzeuger und Handwerker. Dazu wurde mit ökologischen und regionalen Lebensmitteln gekocht. Für die Musik sorgte Martin Schnur mit seinen „Original Wammertalern“.

Veranstaltungstrilogie „Peak Oil“

Die sich dramatisch verknappenden Erdölreserven und die damit verbundenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen standen im Mittelpunkt eines Veranstaltungsdreiteilers. Im ersten Veranstaltungsteil wurde der Film „Oil Crash“ gezeigt, daran schloss sich eine Vortragsveranstaltung zu dem Energiewendemodell „Transition Towns“ an. Den Abschluss bildete eine Diskussionsveranstaltung zu „Regionalen Lösungsansätzen“.

Sonstiges

Ebenfalls zu den „öffentlichen“ Veranstaltungen können die zehn Monatstreffen gezählt werden. Dies sind die Vorstandssitzungen der Umweltwerkstatt, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, um in die Arbeit des Vereins herein zu schnuppern, oder Anliegen vorzubringen.

Abrufveranstaltungen

Neben den offenen Veranstaltungen hält die NABU Umweltwerkstatt Wetterau auch eine Auswahl sogenannter „Abrufangebote“ bereit. Diese können individuell von Kindergärten, Schulen, Vereinen, Firmen oder z.B. für die Gestaltung von Kindergeburtstagen gebucht werden. Insgesamt wurden 2011 etwa 100 Abrufveranstaltungen gebucht.

Kooperationsveranstaltungen mit dem Jugendbildungswerk Wetterau

Die Umweltwerkstatt ist seit Jahren Partner des Jugendbildungswerkes des Wetteraukreises. Gemeinsam werden seit 1989 eine Kanutour für Jugendliche auf der Lahn und seit einigen Jahren zusätzlich eine Freizeit an der Mecklenburger Seenplatte angeboten. Aufgabe der Umweltwerkstatt ist die fachliche Beratung und organisatorische Unterstützung in Vorbereitung und Abwicklung dieser beiden Freizeiten.

Projekte

Als „Roter Faden“ durch die laufende Arbeit Umweltwerkstatt ziehen sich immer wieder auch Projekte. Hier die wichtigsten Projekte, die 2010 begonnen wurden:

100 Stimmen für die Wetterau

Zur Kommunalwahl 2011 im März wollte die Umweltwerkstatt von den Wetterauer Bürgerinnen wissen, was sie sich in Sachen Natur- und Umweltschutz von der Kommunalpolitik wünschen. Hierzu würden mehr als 100 Interviews geführt und Kurzstatements als Audiodatei aufgezeichnet. Anschließend wurden diese Statements als Audio-CD produziert und im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung an die Spitzenkandidaten der Parteien verteilt. Die konnten sich freuen, immerhin schon einmal die ersten 100 Stimmen zur Wahl „gratis“ bekommen zu haben.

ZukunftsBotschafter

Als Beitrag zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurde das Projekt „ZukunftsBotschafter“ (siehe auch im Internet unter www.zukunftsbotschafter.de) entwickelt. Der Projekttitel leitet sich von der ideellen Botschaftertätigkeit der Teilnehmer an Veranstaltungen der Umweltwerkstatt ab. Eigentlich ist jeder ein „ZukunftsBotschafter“, der Themen des Natur- und Umweltschutzes am Arbeitsplatz oder in der Schule, im Verein oder in der Familie einbringt. Im Rahmen des Projektes sollen komplexe globale Nachhaltigkeitsprobleme aufgegriffen und in der eigenen Region erlebbar gemacht werden. Dazu wurden vier Themenkomplexe zusammengefasst: „Biodiversität & Freizeit“, „Klima & Energie“, „Wasser & Fließgewässer“ sowie „Landwirtschaft & Ernährung“. Angeboten werden die Themen zunächst als Kursreihe im Rahmen der Erwachsenenbildung, angedacht sind aber auch spezielle Programme für Schulen. 2011 fand die Ausbildung zum Themenschwerpunkt „Klima & Energie“ und zu „Wasser & Fließgewässer“ statt.

Bibermobil

Im Juli 2011 wurde die Idee zu einem neuen Projekt geboren: Das Bibermobil. Künftig soll dieses mobile umweltpädagogische Angebot in erster Linie an den Schulen des Wetteraukreises für die Artenvielfalt in den Auen und an den Fließgewässern werben. Untergebracht in einem Kastenwagen ist das Bibermobil mit Sieben, Binokularen, mobilen Laboren und didaktischen Materialien ausgestattet. Das didaktische Konzept orientiert sich am Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Dafür wurde das Bibermobil im Februar 2012 von der UNESCO als UN-Weltdekade-Projekt ausgezeichnet.

Arbeitseinsätze

Viele Arbeiten sind wiederkehrend und in jedem Jahr mit zum Teil erheblichem ehrenamtlichen Aufwand zu erledigen:

  • Aufstellen von zwei Krötenzäunen zwischen Bahnhof Erbstadt-Kaichen und Kaichen sowie zwischen Assenheim und Bruchenbrücken; auf jeweils rund 500m sind Zäune aufgestellt und über vier Wochen zahlreiche Erdkröten über die Straße getragen worden.
  • Pflege und Unterhaltung von Lehrbiotop, Gehölzlehrpfad, Storchenweg und Wissenspfad: Hier ist in erster Linie die Wiese zu mähen, Obstbäume zu schneiden, die Nistkästen müssen gereinigt werden, die vorhandenen Stationen müssen gewartet werden, Baumscheiben gepflegt, Bäume neu angebunden und Schilder kontrolliert werden.

Internes

An Veränderungen im Haus, bei der Infrastruktur und im Personellen ergaben sich folgendes:

  • Seit Ende 2008 war André D. Auszubildender bei der Umweltwerkstatt. Im Juni 2011 verließ er die Umweltwerkstatt und wechselte in eine feste Anstellung.
  • Seit dem 1. Oktober 2011 konnten zwei „Bürgerarbeiter“-Stellen eingerichtet werden. Es handelt sich um staatlich geförderte Stellen für arbeitslose Alleinerziehende. Für das Büro konnte Alexandra B. und für praktische Unterstützung bei technischen und handwerklichen Tätigkeiten Stefan S. eingestellt werden. Die Stellen sind an das Projekt „Bibermobil“ geknüpft und umfassen eine wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden.
  • Seit dem 1. Oktober ist das Büro montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr besetzt.

Niddatal, 20. März 2012 Frank Uwe Pfuhl, Vorsitzender