Jahresbericht des Vorsitzenden des NABU Wetterau für das Geschäftsjahr 2011

Der Mitgliederbestand betrug am 1.01.2011, 2.845 Personen, am 31.12.2011 gehörten uns noch 2.826 Personen an. Wenn man die, äußerst erfolgreiche Mitgliedergewinnung, durch die NABU-Umweltwerkstatt Wetterau, berücksichtigt, bedeutet das, dass in den meisten Gruppen ein leichter Rückgang der Mitgliederzahlen zu verzeichnen war. Da dieser Trend, wenn auch in deutlich verlangsamten Tempo, seit Jahren zu beobachten ist, freue ich mich, ankündigen zu können, dass 2012 wieder eine professionelle Mitgliederwerbung, durch den Landesverband in Aussicht gestellt wurde. Wir, vom Kreisvorstand, werden uns mit den Gruppen, in den uns sinnvoll erscheinenden Ortschaften, in Verbindung setzen. Gleichzeitig erwarte ich aber auch, dass von Ihnen Bedarf angemeldet wird! Nur in enger Zusammenarbeit mit den Gruppen vor Ort, kann es eine ähnlich erfolgreiche Aktion geben, wie schon in den vergangenen Jahren. Lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen. Ich betone aber auch, dass wir selbstverständlich respektieren, wenn Sie diese Form der Mitgliedergewinnung ablehnen.

Im Geschäftsjahr 2011 trafen wir uns wieder zu 10 Vorstandssitzungen, die wie immer am dritten Donnerstag eines jeden Monats, mit Ausnahme der Monate Juli und Dezember, im Alten Rathaus, in Assenheim stattfanden.

Zum Beginn des abgelaufenen Jahres, beschäftigte ich mich intensiv mit der BI zur Rettung des Büdinger Schlossparks, leider mit äußerst mäßigem Erfolg. Seitens des Büdinger Fürstenhauses, wurde dieses wertvolle Biotop auf eine Weise umgestaltet, die man nur noch als weitgehende Zerstörung bezeichnen kann! Dass dieses alles behördlich und juristisch abgesichert ist, kann nach wie vor nur als Skandal bezeichnet werden!

Am 11.02. besuchte ich einen Vortrag von Frank-Uwe Pfuhl, in den Geschäftsräumen unseres Freundes Thomas Kunze, von der Firma TK-Solar, dem ich auf diesem Weg meinen ganz persönlichen Dank aussprechen möchte. Es ging um das Thema Terra Preta, ein Begriff, den Sie sich unbedingt merken sollten. Es konnte vermittelt werden, dass es möglich ist, das weltweite Bevölkerungswachstum und die fortschreitende Klimakatastrophe in den Griff zu bekommen.

Am 5.03. besuchte ich das Wasserkraftwerk Lißberg und die Windenergieanlagen in Hirzenhain, im Rahmen der Ausbildungsreihe Zukunftsbotschafter der NABU Umweltwerkstatt. Über diese, ausgesprochene Erfolgsgeschichte hören wir nachher, vom Vorsitzenden noch einiges mehr. Mir bleibt an dieser Stelle nur nochmals mich herzlich zu bedanken, und meine größte Hochachtung auszusprechen.

Am 19.03. fand die öffentliche Übergabe der 100 Stimmen für die Wetterau statt. Eine Aktion der NABU Umweltwerkstatt, die ebenfalls höchsten Respekt verdient, was leider in der Öffentlichkeit zu wenig gewürdigt wurde.

Am 26. & 27.03 besuchte ich den NABU Landesrat, die Zusammenkunft der Kreisvorsitzenden mit dem Landesverband Hessen, in Ober-Moos. Bei dieser Gelegenheit wurde mir wieder einmal der außerordentliche Wert der Vogelsbergteiche deutlich. Diese jährliche Veranstaltung findet in diesem Jahr, am 21. & 22.04. in Bebra statt. Ich würde mich freuen, wenn ich in diesem Jahr einmal nicht alleine teilnehmen würde. Interessenten wollen sich bitte bei mir melden!

Am 31.03. fand in Ober-Florstadt eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Kreisverbandes statt, bei der intensiv und sehr kontrovers mit dem Landesgeschäftsführer Hartmut Mai diskutiert wurde.

Am 2. & 8.04. durfte ich wieder einmal der Jury für die Zukunftsbotschafter angehören.

Am 7.04. fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Gruppe Ockstadt statt, die die Fusion mit dem NABU Friedberg zur Folge hatte. Gerade im Zusammenhang dieser Angelegenheit, wurde mir wieder einmal deutlich, dass wir die Zusammenarbeit mit dem Landesverband dringend brauchen. Einige, durchaus etwas eigenwillige Vorstandsmitlieder, konnten hier vor juristischen Fehlern bewahrt werden, die durchaus sogar Freiheitsstrafen nach sich hätten ziehen können.

Am 10.06. folgte ich einer Einladung nach Bönstadt, wo ein neuer Pfarrer seine Pfarrstelle angetreten hat, der dem Naturschutz sehr gewogen ist.

Am 1. & 2.07 war ich zu Gast bei dem Jugendzeltlager des NABU Ober-Lais. Diese Veranstaltung muss zu Recht, als Höhepunkt der Jugendarbeit bezeichnet werden. Ich darf jedem aktiven Naturschützer, vor allem aber denen, die sich mit Jugendarbeit beschäftigen, dringend nahelegen, die sprichwörtliche Ober-Laiser Gastfreundschaft zu genießen. Obwohl das Wetter nur bedingt mitgespielt hat, konnte ich staunenden Besuchern die Leistungsfähigkeit unserer Sonnenenergie, mit Hilfe unseres Umweltmobils beweisen.

Am 12.08. war ich zu Gast bei der Stadt Friedberg, wo, in einer Bürgerversammlung der Auftakt zur Rettung des Lindenbestandes in der Kaiserstraße gelegt werden konnte. Zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass das vehemente Eintreten einer Bürgerinitiative, aber auch des NABU Kreisverbandes & des NABU Friedberg die Rettung dieser einzigartigen Allee erreichen konnte.

Am 23.09. startete die Veranstaltungsreihe zum Thema Oil-Crash in Assenheim. Hier konnte staunenden und durchaus schockierten Menschen aufgezeigt werden, dass die weltweiten Vorräte an fossilen Energieträgern dramatisch zur Neige gehen. Trotzdem können wir uns nicht leisten, weiterhin diese Ressourcen auszubeuten, weil das Klima unseres Planeten Veränderungen erfährt, die nicht hinnehmbar sind, und die gesamten Lebensgrundlagen in Frage stellen. Das es durchaus noch Lösungsmöglichkeiten gibt, konnte am 11.November aufgezeigt werden. Dies erfordert jedoch eine grundlegende Verhaltensänderung der gesamten Menschheit!

Am 9.10. besuchten wir die Landesvertreterversammlung in Wetzlar. Hier konnte die Gruppe Ober-Mörlen einen Antrag einbringen, der aber abgelehnt wurde. Fazit bleibt jedoch, dass die verbandsinterne Demokratie funktioniert.

Am 25.10. besuchte ich eine Bürgerversammlung in Ortenberg, wo es um die Offenhaltung des dortigen Steinbruchs ging. Hier sind dicke Bretter zu bohren, die Kommune ist allerdings ausnahmsweise auf unserer Seite.

Am 7.11. fand die Verleihung des Umweltschutzpreises des Wetteraukreises, in Friedberg statt. Zu dem letztjährigen Preisträger kann man durchaus geteilter Meinung sein, die Tatsache, dass ein solcher Preis aber weiterhin vergeben wird, verdient unsere größte Hochachtung. In diesem Jahr schließen wir uns, mit unserem Vorschlag, der HGON an. Bitte entschuldigen Sie, dass ich den Namen hier noch nicht nennen möchte, um einer gewissen Spannung nicht entgegenzuwirken. Es wurde uns nämlich signalisiert, dass wir größte Chancen haben, den Richtigen ausgewählt zu haben.

Am 12.11. besuchte ich den Kommersabend der Naturschutzgruppe Limeshain-Rommelhausen. Hier konnte ich feststellen, dass es durchaus gegensätzliche Meinungen zum Thema Natur- & Umweltschutz gibt. Der Respekt der mir allerdings entgegengebracht wurde, hauptsächlich vom früheren NABU Kreisvorsitzsenden Manfred Vogt, verdient meine größte Anerkennung.

 

Am 24.11. wurde in einer Feierstunde der phänomenale Bildband Augenlandschaft Wetterau von Ralf Eichelmann und Frank-Uwe Pfuhl, bei der OVAG in Friedberg vorgestellt. Wer dieses Buch noch nicht besitzt, dem entgeht wirklich ein Genuss, der seinesgleichen sucht. In diesem Zusammenhang, möchte ich neben den beiden Autoren meinen besonderen Dank dem Initiator Alfred Lein, sowie der OVAG ausdrücken!

Am 29.11. besuchte ich gemeinsam mit Frank-Uwe Pfuhl einen Vortrag von Greenpeace in Büsingen. Hier hatten wir die willkommene Gelegenheit, den NABU einer breiten, interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Vielen Dank an die Veranstalter von Gib&Nimm!

Am 13.12. richteten wir, gemeinsam mit der Umweltwerkstatt eine Weihnachtsfeier in Echzell aus, die den Zusammenhalt unserer Institutionen förderte. An dieser Feier sollten wir unbedingt festhalten. In diesem Jahr sollten wir aber als Kreisverband Organisator sein, und hoffentlich mehr Besucher aus anderen Gruppen begrüßen.

Im letzten Jahr bin ich davon ausgegangen, dass heute Neuwahlen zum Kreisvorstand an stünden. Dies ist falsch, die Wahlen finden in einem Jahr statt. Ich bitte jetzt schon darum, intensiv nach Kandidaten zu suchen. Besonders die Jugendarbeit auf Kreisebene sollte endlich wieder aktiviert werden. Aber auch die Zahl der Beisitzer im Vorstand könnte durchaus noch erhöht werden. Grundsätzlich stehen alle Ämter zur Wahl!

Zum Abschluss bedanke ich mich bei allen Vorstandskollegen aber auch bei allen Gruppen im Wetteraukreis für die gute Zusammenarbeit.

Jürgen Faust

1. Vorsitzender