Jahresbericht 2015 des Vorsitzenden des NABU Wetterau e.V.

Anlässlich der Jahreshautpversammlung 2016 im Haus an den Salzwiesen, Ortenberg, stellte der 1. Vorsitzende Frank Uwe Pfuhl seinen Jahresbericht 2015 vor:

An den Beginn meines Jahresberichts möchte ich ein Dankeschön stellen, an:

  • Jürgen Faust, der bis zur Jahreshauptversammlung 2015 die Geschicke des Kreisverbands zehn Jahre lang gelenkt hat.
  • die Kolleginnen und Kollegen des Kreisvorstands, die zum Teil schon seit Jahrzehnten dabei sind und die Arbeit mittragen, viel ehrenamtliche Arbeitszeit einbringen und Freizeit und Abende opfern.
  • die NABUGruppen im Wetteraukreis für ihre unermüdliche und gute praktische Naturschutzarbeit vor Ort, die guten Gespräche und Kooperationen mit einigen der Gruppen im Laufe des Jahres – exemplarisch seien hier der NABU Ortenberg und der NABU Karben genannt.

Nach der Jahreshauptversammlung 2015 haben wir die Vorstandssitzungen von NABU Kreisverband und Umweltwerkstatt zusammengelegt, um die Arbeit zu effektivieren. Dies trägt bereits Früchte, zumal einige Leute schon längere Zeit beiden Vorständen angehörten.

Zur Stärkung der inhaltlichen Arbeit wurden zunächst zwei Arbeitsgruppen „Streuobst“ und „Klima & Energie“ eingerichtet, an deren Sitzungen regelmäßig 5 8 Leute teilnehmen. Aus AG Streuobst nimmt sich des bedeutenden Lebensraums Streuobstwiesen an, der mehr und mehr verloren geht. Hier hat der Wetteraukreis eine besondere Verantwortung: Mit 200.000 hochstämmigen Obstbäumen wachsen hier die meisten in ganz Hessen. Außerdem kristallisiert sich dort das Thema „Ausgleichsflächen“ heraus, bei dem zunächst stichprobenartig überprüft werden soll, ob die Flächen, die für einen naturschutzrechtlichen Ausgleich, z.B. mit Streuobst angepflanzt wurden, auch tatsächlich dem vorgegebenen Ziel entsprechend angelegt und gepflegt werden.

Die AG Klima & Energie hat zunächst die beim NABU vorhanden Materialien zum Thema aufbereitet, Konzepte und Ideen zur Vermittlung von Wissen zum Energiesparen und zum Einsatz erneuerbarer Energien gesammelt. Auch hat sich die Gruppe des Themas Boden angenommen; hier wird die Einrichtung eines neuen mobilen Bildungsangebots, eine Klima- und Bodenmobils vorangetrieben.

Die mobile Umweltbildung ist außerordentlich erfolgreich, das Bibermobil war einst für drei Jahre angelegt und startet 2016 in seine fünfte Saison; große Nachfrage insbesondere von Schulen und Vereinen; für 2016 wurde die Jahrestagung der Umweltmobile in Ilbenstadt ausgerichtet, zum Schluss gab es eine sehr erfolgreiche Präsentation von Umweltmobilen aus ganz Deutschland, über 300 Schülerinnen und Schüler waren dabei.

2015 fand der siebte Ausbildungsgang für NABUNaturführer statt, erstmals im Wetteraukreis im NABUHaus an den Salzwiesen und parallel im Naturschutzzentrum Bergstraße; bislang wurden rund 150 NABUNaturführer ausgebildet, ein nächster Kurs startet im Februar 2017. Wünschenswert wäre es, dass mindestens eine Person aus jeder Ortsgruppe daran teilnimmt oder bereits teilgenommen hat.

Das Arbeitsverhältnis unserer Bürokraft Alexandra Bauer, eine halbe Stelle zur Leitung des Büros, wurde 2015 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt; außerdem wurden zwei Kräfte im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes beschäftigt.

Das Thema Naturwald beschäftigte uns, teils bei der Suche nach Flächen; unsere Forderung ist es, möglichst viel zu bündeln und große, zusammenhängende Flächen zu schaffen statt die Fläche über viele kleine Gebiete zu verteilen; Gegenwind gab es aus Schotten und Nidda, hier wurde kontrovers diskutiert, letztlich wurde in Nidda jedoch die NABUPosition mehrheitlich im Parlament beschlossen.

Mit dem Jugendamt des Wetteraukreises wurden Rahmenvereinbarungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Kindeswohlgefährdungen getroffen; hier besteht teilweise noch Handlungsbedarf bei den örtlichen Gruppen: bei regelmäßigen Veranstaltungen, Ganztagsveranstaltungen oder Veranstaltungen mit Übernachtungen sollten von den Betreuern erweiterte Führungszeugnisse vorliegen. Dies betreut beim NABU Wetterau Andreas Sievernich.

Mit der Jugendgruppenarbeit befasste sich auch ein gemeinsam mit der NAJU Hessen durchgeführter Lehrgang im November; auch in diesem Jahr ist wieder ein Lehrgang in der Wetterau, der auch zum Erwerb der JULEICA eingebracht werden kann.

An zentralen Orten wurde die Aufhängung von Großflächenplakaten durch den NABU Bundesverband bezuschusst, Plakate hingen in Friedberg und Büdingen.

2015 habe ich begonnen, die NABU Gruppen im Wetteraukreis zu besuchen; ich erbitte weiterhin Einladungen und gleichzeitig etwas Geduld, wenn es nicht immer gleich beim ersten Termin klappt: Die Terminhäufung hat bereits ein recht hohes Maß angenommen, derzeit sind es bei mir durchschnittlich 20 Stunden wöchentlich im Ehrenamt für den NABU!

Leider hatten wir 2015 wieder einen Abgang aus der NABUGruppenfamilie im Wetteraukreis: Die Gruppe OberLais hat sich – für mich völlig unverständlich, da auch wiederholt durch den NABU Wetterau personell und materiell unterstützt – aus dem NABU verabschiedet und ist nun eine unabhängige Vogelschutzgruppe. So kann der massiven Bedrohung des Landschaftsverbrauchs und des Artensterbens nicht entgegen gearbeitet werden…

Im Vorfeld der Kommunalwahl 2016 – teilweise schon ab Mai 2015 – wurden Gespräche mit den politischen Parteien geführt; insbesondere die Grünen zeigten großes Interesse an den Positionen der Verbände; bei den anderen Parteien sind auf Kreistagsebene leider keine konkreten Naturschutzpositionen in den Programmen zu finden.

Der NABU Wetterau hat eine Resolution der Schutzgemeinschaft Vogelsberg gegen eine Erhöhung der Wasserentnahme aus dem Vogelsberg unterstützt.

Das NABUHaus am Roten Moor in der Rhön wurde mit einem Betrag von 1.000 € durch den Kreisverband unterstützt.

Wir haben uns an den ReweNachhaltigkeitswochen „Wald“ mit Infoständen mit UmweltMobil in enger Zusammenarbeit mit dem NABU Karben vor dem Rewe in Karben beteiligt.

Im Oktober fand die Landesvertreterversammlung des NABU Hessen u.a. mit folgendenThemen statt:

  • Resolution zur Jagdrechtsreform stand thematisch im Mittelpunkt; Jagdreform wurde vertieft diskutiert, Staatssekretärin Hammann warebenfalls anwesend.
  • Hessen bekommt ab 2016 eine Umweltlotterie, deren Erträge für Naturschutzprojekte ausgeschüttet werden. Der Landesverband sammelt Projektvorschläge, für die bis zu 5.000 € ausgegeben werden können; wenn Lottogewinner in der Region, kann dieses Projekt gefördert werden
  • Es gibt eine neue Landesarbeitsgemeinschaft Wolf, um rechtzeitig für entsprechende Informationen bei Bevölkerung, Behörden und Betroffenen zu sorgen; Einrichtung eines Wolfsmanagement wird angestrebt. Aus der Wetterau noch kein Wolfsbeauftragter dabei
  • Zu Workshops zur Verbandsentwicklung wurde eingeladen, diese fanden im Januar/Februar 2016 statt

Beim NABU Wetterau haben wir zwei neue BFDStellen geschaffen, die mit Flüchtlingsbezug besetzt werden können: entweder durch Flüchtling als BFD oder mit einer deutschen Person, die Naturschutzprojekte mit Flüchtlingen durchführt; derzeit noch nicht besetzt, da keine geeigneten Bewerber gefunden wurden.

17. März 2016
Frank Uwe Pfuhl, 1. Vorsitzender


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