Jahresbericht 2015 für die NABU Umweltwerkstatt Wetterau e.V.



Beeindruckend ist die Statistik des Jahres 2015 allein für den Veranstaltungssektor. Insgesamt fanden 168 Veranstaltungstage statt, die sich wie folgt zusammensetzen:
  •   42 öffentliche Veranstaltungen, davon
·        6 Veranstaltungen im Rahmen von „Wetterau im Wandel“
·        25 Tage Ferienspiele in Oster-, Sommer- und Herbstferien
·        1 NABU-Naturführer-Kursreihe
·        16 Kindergruppennachmittage
·        40 Einsätze mit dem Bibermobil
·        10 Einsätze mit dem Umwelt-Mobil / Solar-Café

  • 79 Abrufangebote, davon
·        2 GPS-Veranstaltungen
·        22 Fledermausveranstaltungen
·        5 Vorträge
·        Ferienspielbuchung für 10 Tage

Mitgliederstand
Die Entwicklung des Mitgliederbestandes stagniert. 2015 gab es einen Austritt und keine Eintritte: Damit hat der Verein am 31.12.2015 noch 130 Mitglieder. Gleichzeitig konnten aber im Wesentlichen durch die Aktivitäten und Veranstaltungen der NABU Umweltwerkstatt Wetterau 2015 (u.a. Ferienspiele + NABU-Naturführerausbildung) für den NABU im Wetteraukreis zahlreiche neue Mitglieder geworben werden. Die Mitgliederwerbung war sogar so erfolgreich, dass der NABU Wetterau von allen Untergliederungen des NABU in Hessen die meisten und bundesweit die zweitmeisten neuen Mitglieder werben konnte. Die NABU Umweltwerkstatt Wetterau erhält vom NABU Wetterau aus dessen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen einen jährlichen Zuschuss.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit der NABU Umweltwerkstatt Wetterau will vorrangig über grundlegende Zusammenhänge in Natur und Umwelt informieren und zu eigenem Handeln motivieren. In der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins geht es nicht um die politische Auseinandersetzung in gesellschaftlich umstrittenen Bereichen, sondern vielmehr um Aufklärung zu wissenschaftlich erwiesenen und durch den gesetzlichen Rahmen allgemein akzeptierten Sachverhalten.
·        26 Presseinfos allgemeiner Art, Ankündigungen und Berichte wurden verfasst.
·        Rund 14 Mal berichteten die Wetterauer Zeitung, der Kreisanzeiger oder die Frankfurter Neue Presse ausführlicher über Veranstaltungen der NABU Umweltwerkstatt Wetterau.
·        Mehrere Hörfunk-Interviews für hr1, hr3 und hr4, Reporterbeiträge im Hessenfernsehen bei „Alle Wetter“, „Service: Garten“ und „Service: zuhause“
·        Die Internet-Seite www.umweltwerkstatt-wetterau.de, identisch mit der Seite des NABU Wetterau (www.nabu-wetterau.de), wurde von Sandro Süchting gepflegt, ebenso zeichnete er für den regelmäßigen Versand des E-Mail-Newsletters verantwortlich. Ungefähr im Takt von 2-3 Wochen wird unter dem Titel „Neues von der NABU Umweltwerkstatt Wetterau“ ein Newsletter an rund 1.400 Adressen versandt.
·        Erstmals wurden keine zwei Halbjahresprogramme aufgelegt, um Kosten zu sparen. Insbesondere die Portokosten sind erheblich aufgrund von Preiserhöhungen bei der Postgestiegen. Aus diesem
       Grund wurde nur ein Ganzjahresprogramm mit einer Auflage von 7.500 Exemplaren aufgelegt und verteilt. Ein Teil der Auflagen konnte über die Kisten von Querbeet in rund 1.000 Haushalte direkt verteilt werden. Ein Großteil der Programme wird per Post an alle NABU-Mitglieder im Wetteraukreis sowie an die Fördermitglieder der NABU Umweltwerkstatt Wetterau versendet.

·        Zusätzlich zum Jahresprogramm wurde ein Faltblatt für die Ferienspiele in den Oster-, Sommer- und Herbstferien 2015 in einer Auflage von 2.500 Exemplaren gedruckt und flächendeckend über Schulen, Bibliotheken und andere Auslagestellen verteilt.
·        Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Wetterau im Wandel“ wurde ein Programm mit einer Auflage von je 5.000 Exemplaren erstellt. Die Kosten dafür wurden zu gleichen Teilen unter den Kooperationspartnern dieses Projektes aufgeteilt.
·        Neue Faltblattserie zu den wesentlichen Arbeitsbereichen der Umweltwerkstatt aufgelegt: In einer Auflage von jeweils 1.000 bis 2.500 Exemplaren gibt es jetzt zielgruppenorientierte Faltblätter zu „Abrufangeboten“, „Vorträgen und Schulungen“, „Altes Rathaus Assenheim“ sowie „Angeboten auf Hubertus“ (kurz nach Erscheinen des letzteren Faltblattes wurde das Jugendgästehaus Hubertus durch den Wetteraukreis geschlossen, das war so nicht vorauszusehen und bedeutet einen erheblichen Einschnitt bei der Durchführung von Abrufangeboten).

Veranstaltungsprogramm
Im offenen Programm 2015 wurden 42 Veranstaltungen angeboten, dazu kommen noch einmal 25 Veranstaltungstage Ferienspiele und 6 Kurstage NABU-Naturführerausbildung.
Publiziert über das Jahresprogramm, Internet, E-Mail-Newsletter und die Tageszeitungen im Wetteraukreis wurden Führungen, Vorträge, Kurse und Ferienspiele angeboten. Im Angebot waren erfolgreiche Klassiker wie Biberexkursionen, Fledermauswanderungen sowie die Vogelstimmenwanderung mit Wiesenfrühstück.

Besondere Veranstaltungen:
Willkommen Wolf
Noch streift er um die Wetterau herum, aber Hessen hat er bereits erreicht – nur eine Frage der Zeit, bis wir uns ernstlich mit dieser Art auseinandersetzen müssen. Noch ist die Faszination für den Wolf recht hoch, das zeigte eine sehr gut besuchte Samstagnachmittagveranstaltung mit dem NABU-Wolfsbotschafter Alexander Gebhardt im Februar. Vorwiegend Familien mit Kindern waren gekommen, um mehr über die Tierart zu erfahren, deren Image mit den Grimm’schen Märchen nicht gerade positiv gefördert wurde. Der NABU setzt sich für die frühzeitige Einrichtung eines Wolfsmanagements ein, damit Konflikte, etwa mit Weidetieren, vermieden werden können.

Pecha-Kucha-Abend
Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Wetterau im Wandel“ bot sich die Gelegenheit, ein neues Veranstaltungsformat zu erproben. Es ging darum, beispielhafte Initiativen aus der Region vorzustellen. Bislang fand das immer bei einem Interview auf der Umweltwerkstatt-Couch statt. 2015 sollten die Initiativen sich selbst vorstellen. Als Vorgabe war nach der aus Japan stammenden Methode des „Pecha-Kucha“ verbindlich: Jeder musste 20 Powerpoint-Folien zeigen und hatte pro Folie genau 20 Sekunden Zeit. Also 6 Minuten 40 Sekunden pro Vortrag oder rund neuen Vorträge pro Stunde. Eine Methode, die sehr gut funktioniert, ein reger Austausch zwischen den darbietenden Initiativen kam zustande, in den Pausen konnten die Infostände er einzelnen Initiativen im ersten Stock besucht werden. Leider fand die Veranstaltung kaum öffentliches Publikum.

Grünlandneuanlage mit gebietseigenem Saatgut
Ein wichtiges Thema, das im Nachgang der Veranstaltung auch verschiedene andere Naturschutzgremien, wie den Naturschutzbeirat beim Wetteraukreis beschäftigte, sind die Einsaaten auf öffentlichen Flächen und Ausgleichsflächen. In dem Vortrag mit anschließender Exkursion konnte der Referent Dr. Stefan Nawrath auf eindrückliche Weise klar machen, was die Verwendung von Regiosaatgut im Vergleich zu Regelsaatgut für die Biodiversität eines Standorts bedeutet. Auf einer Ausgleichsfläche bei Friedberg war für alle Teilnehmer (Ende Mai) eindeutig die Artenarmut sichtbar. Vorwiegend Weidelgras war zu sehen, nahezu keine Blütenpflanzen auszumachen. Auf einer anderen Fläche, die mit Saatgutübertragung aus einer artenreichen Wiese in der Region und zusätzlich mit Regiosaatgut angelegt war, wurde der Unterschied drastisch deutlich. Für den Betrachter dominierten hier die Blütenpflanzen deutlich vor den Gräsern.

Bat-Night 2015 in Ortenberg
Die Bat-Night ist die alle zwei Jahre stattfindende Großveranstaltung der NABU Umweltwerkstatt Wetterau. 2015 fand die Bat-Night in Kooperation mit dem NABU Ortenberg rund um das Haus an den Salzwiesen in Selters statt. Die üblichen Spiel- und Erlebnisstationen waren aufgebaut, Kinder konnten per Fledermauspass diese Stationen bespielen und nach Einbruch der Dunkelheit wurden geführte Nachtwanderungen mit Bat-Detektor rund um das Haus statt. Leider war das Wetter nicht optimal, es war kühl und regnerisch, was sich negativ auf die Besucherzahlen auswirkte.

Poetry Slam für den Wandel
In der Reihe der Kulturveranstaltungen bei der NABU Umweltwerkstatt Wetterau war der Poetry Slam in der Alten Feuerwache in Bad Nauheim ein völlig neues Format. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wetterau im Wandel“ traten dabei acht junge Künstler auf, die in einem Wettstreit gegeneinander selbst verfasste Texte und Gedichte vortrugen. Inhaltlich war das Thema „Nachhaltigkeit“ vorgegeben, was bei allen Beiträgen in hervorragender Weise eingehalten wurde. Die Veranstaltung wurde wesentlich von Andreas Arnold vorbereitet und auch moderiert. Der Raum in der Alten Feuerwache war komplett gefüllt, es waren gut 50 Leute im Publikum.

Weitere Veranstaltungsformate 2015:

Wetterau im Wandel
Bereits 2011 startete unter dem Titel „Peak-Oil“ eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit TK-Solar und dem Institut für Energie und Umwelt e.V., die im Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit den Krisen in der konventionellen Energieversorgung und dem Klimawandel hat. Diese Reihe wurde 2015 fortgesetzt, mit dem Dottenfelder Hof, dem Weltladen Bad Nauheim, der Trifolium Beratungsgesellschaft und dem evangelischen Dekanat Wetterau kamen vier weitere Kooperationspartner dazu. Insgesamt 12 Vorträge und Kurse wurden angeboten, um deren Organisation sich wesentlich Veronika Pigorsch kümmerte.

Ferienspiele 2015
Nach den guten Erfahrungen der Vorjahre wurden 2015 fünf Tage in den Osterferien (in Kooperation mit der Kinder- und Jugendfarm Jimbala), drei Wochen in den Sommerferien und eine Woche in den Herbstferien angeboten. Zwei Wochen in den Sommerferien fanden auf dem Gelände der Kinder- und Jugendfarm Jimbala in Friedberg statt, eine weitere auf dem Lehrbiotop in Assenheim. In Assenheim fanden auch die Herbstferienspiele statt. Insgesamt nahmen rund 120 Kinder teil.

NABU-Naturführerausbildung
Zum siebten Mal wurde 2015 eine NABU-Naturführerausbildung angeboten. Erstmals fand die Ausbildung im „NABU-Haus an den Salzwiesen“ in Ortenberg statt. 19 Personen aus dem Wetteraukreis und aus dem benachbarten Main-Kinzig-Kreis nahmen daran teil. Erstmals wurde die Ausbildung auch in einen anderen Landkreis in Hessen exportiert:
Parallel zur Ausbildungsreihe in Ortenberg wurde der Kurs in Kooperation mit dem NABU Bergstraße und dem Naturschutzzentrum Bergstraße auch in Südhessen angeboten. Die Teilnehmer beider Kursreihen hatten die Möglichkeit, einzelne Module auch in der anderen Kursreihe zu besuchen, was einen Austausch zwischen den Teilnehmern förderte. Insgesamt wurden seit Beginn dieser Ausbildungsreihe jetzt gut 150 NABU-Naturführerinnen und –Naturführer ausgebildet.

Sonstiges
Ebenfalls zu den „öffentlichen“ Veranstaltungen können die zehn Monatstreffen gezählt werden. Dies sind die Vorstandssitzungen der Umweltwerkstatt, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, um in die Arbeit des Vereins herein zu schnuppern, oder Anliegen vorzubringen. Diese Monatstreffen waren ab April 2015 auch gleichzeitig Vorstandssitzung des NABU Kreisverbands Wetterau. Die Zusammenführung beider Vorstände in einer Sitzung hat sich als äußerst fruchtbar erwiesen. Erstmals werden in gemeinsamen Arbeitsgruppen „Streuobst“ und „Klima & Energie“ inhaltliche Themen vertieft behandelt. Knapp 40-mal fanden 2015 die Wochenbesprechungen, jeden Donnerstag von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Umweltwerkstatt statt. Bei diesen Treffen wird die laufende Arbeit organisiert, regelmäßig nehmen daran neben den beiden festen Mitarbeitern Alexandra Bauer und Karin Hoffmann noch Doris Jensch, Veronika Pigorsch und Frank Uwe Pfuhl teil.

Abrufveranstaltungen
Neben den offenen Veranstaltungen hält die NABU Umweltwerkstatt Wetterau auch eine Auswahl sogenannter „Abrufangebote“ bereit. Diese können individuell von Kindergärten, Schulen, Vereinen, Firmen oder z.B. für die Gestaltung von Kindergeburtstagen gebucht werden. Insgesamt wurden 2015 79 Abrufveranstaltungen gebucht. Bei einem Großteil dieser Abrufveranstaltungen war auch das Bibermobil im Einsatz.

Kooperationsveranstaltungen mit dem Jugendbildungswerk Wetterau
Die Umweltwerkstatt ist seit Jahren Partner des Jugendbildungswerkes des Wetteraukreises. Gemeinsam werden seit 1989 eine Kanutour für Jugendliche auf der Lahn und seit einigen Jahren zusätzlich eine Freizeit an der Mecklenburger Seenplatte angeboten. Aufgabe der Umweltwerkstatt ist die fachliche Beratung und organisatorische Unterstützung in Vorbereitung und Abwicklung dieser beiden Freizeiten.

Arbeitseinsätze
Viele Arbeiten sind wiederkehrend und in jedem Jahr mit zum Teil erheblichem ehrenamtlichen Aufwand zu erledigen:
·        Aufstellen von zwei Krötenzäunen zwischen Bahnhof Erbstadt-Kaichen und Kaichen sowie zwischen Assenheim und Bruchenbrücken; auf jeweils rund 500m sind Zäune aufgestellt und über vier Wochen zahlreiche Erdkröten über die Straße getragen worden.
·        Pflege und Unterhaltung von Lehrbiotop, Gehölzlehrpfad und NABU-Garten Friedberg: Hier sind in erster Linie die Wiese zu mähen, Obstbäume zu schneiden, die Nistkästen müssen gereinigt werden, die vorhandenen Stationen müssen gewartet werden, Baumscheiben gepflegt, Bäume neu angebunden und Schilder kontrolliert werden.

Internes
An Veränderungen im Haus, bei der Infrastruktur und im Personellen ergaben sich folgendes:
·        Im Juni 2015 hat der NABU Wetterau beschlossen, die Halbtagsstelle von Alexandra Bauer in eine unbefristete Anstellung umzuwandeln.
·        Ab Februar 2015 wurde eine BFD-Stelle mit Karin Hoffmann besetzt.

Niddatal, 22. März 2016

Frank Uwe Pfuhl, Vorsitzender


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