Jahresbericht des Vorsitzenden des NABU Wetterau für das Geschäftsjahr 2014, am 26. März 2015 in Altenstadt

Der Mitgliederbestand betrug am 1.01.2014, 4.334 Personen, am 31.12.2014 gehörten uns noch 4.301 Mitgliederinnen und Mitglieder an. Der Verlust von 34 Mitgliedern erscheint zunächst erfreulich gering, wird aber dadurch relativiert, dass die NABU Umweltwerkstatt und die Gruppe Ortenberg sehr erfolgreiche Mitgliederwerbung betrieben haben, wofür Frank-Uwe Pfuhl auch vom Bundesverband als bester „Starkmacher“ deutschlandweit geehrt wurde. Diese erfreuliche Ehrung zeigt aber auch, dass es durchaus Gruppen gibt, in denen der Bestand erschreckend rückläufig ist!

Im abgelaufenen Geschäftsjahr trafen wir uns zu 8 Vorstandssitzungen, die im Wechsel zwischen der Umweltwerkstatt in Assenheim und dem NABU Haus in Ortenberg-Selters stattfanden. Wie immer waren diese Vorstandssitzungen grundsätzlich immer öffentlich, wir freuen uns immer über Gäste aus den Gruppen.

Am 29. Januar besuchte ich, auf Einladung des NABU Altenstadt eine Bürgerversammlung, bei der eine überwältigende Anzahl Altenstädter Bürger ganz massiv Stellung bezogen, gegen den Neubau einer Umgehungsstraße. Zum gleichen Thema durfte ich am 13. Februar in Altenstadt sein, wo sich immer noch eine deutliche Mehrheit gegen die Umgehungsstraße ausgesprochen hat. Wie wir aber alle wissen, hat sich die politische Mehrheit allerdings am 6. Juni, gegen massive Bürgerproteste und wirklich tolle Informationsarbeit durch den NABU und den BUND Altenstadt für den Bau dieser Straße ausgesprochen. Es bleibt allerdings noch zu hoffen, dass die Finanzierung scheitert und sich die Planungen so lange hinziehen, bis der Bedarf für diese Straße nicht mehr gegeben ist, was im Laufe der nächsten Jahrzehnte, wohl aber auch schon in einigen Jahren gegeben sein wird!

Am 15. und 16. Februar besuchte ich, gemeinsam mit Andreas Sievernich, den NABU Landesrat in Bensheim. Dieses Treffen dient der besseren Zusammenarbeit zwischen Kreisverbänden und dem Landesverband und findet wieder am kommenden Wochenende, dann in der Rhön, statt. Leider sind wir in diesem Jahr seit langer Zeit einmal nicht vertreten.

Am 19. Februar durfte ich wieder einmal eine, wie immer aus- oder sogar überbuchte, NABU Naturführerausbildung eröffnen. Gerade diese Veranstaltungsreihe der Umweltwerkstatt ist mittlerweile zur besten Werbung für den NABU erwachsen, was auch vom Landesverband kopiert wird.

Am 3. April war ich zu Gast beim NABU Gedern, wo ich aufkommende Ungereimtheiten wegen einer Satzungsangelegenheit nur teilweise befrieden konnte. Es hat mir aber gezeigt, wie wichtig es ist, dass ich als Vorsitzender oder wenigstens ein Vertreter des Kreisverbandes, häufiger solche Sitzungen in den Gruppen besuchen sollte. Eine Tätigkeit, die ich auch gerne weiterführen möchte, wenn auch nicht mehr als Vorsitzender.

Am 8. April vertrat ich den NABU bei einer Bürgerversammlung zum Thema Windenergie in Hirzenhain-Merkenfritz, wo ich mich, wenn auch schweren Herzens, klar gegen den Bau solcher Anlagen aussprechen musste.

Am 17. April war ich eingeladen vom Kreis-Anzeiger, zu einem Ortstermin im Büdinger Schloßpark, der jetzt endgültig gerodet und somit eigentlich zerstört ist. Diesen skandalösen Naturfrevel anzuprangern war mir über Jahre ein wichtiges Anliegen, wenn ich auch, gemeinsam mit einer sehr sympathischen Bürgerinitiative, nichts erreichen konnte.

Am 10. Mai besuchte ich, gemeinsam mit Andreas Sievernich, die Sondersitzung des NABU Landesrats, die sich einstimmig für den Bau des Infozentrums am Roten Moor, in der Rhön, ausgesprochen hat. Der Spendenbedarf hierfür ist immer noch enorm, wir Wetterauer sollten durchaus darüber diskutieren, ob es nicht möglich ist, weitere Mittel für dieses, meiner Meinung nach wichtige Projekt, bereitzustellen.

Am 18. Mai fand in der Umweltwerkstatt ein „Starkmacher-Seminar“ statt, bei dem wir Wege der Mitgliederwerbung erlernt haben.

Am 1. Juli besuchte ich das Zeltlager des NABU Ober-Lais. Schon allein wegen dieser alljährlichen Veranstaltung, aber auch wegen der sonstigen hervorragenden Naturschutzarbeit unserer Freunde aus Ober-Lais, muss alles unternommen werden, um diese Gruppe weiterhin im NABU zu halten. Hier sind dringend Gespräche zu führen!


Am 14. September durfte ich mich wieder einmal von den außerordentlichen Leistungen der NABU Naturführer überzeugen.

Am 19. September besuchte ich, gemeinsam mit Frank-Uwe Pfuhl, ein Seminar zur Elektromobilität in Ortenberg. Hier wurde deutlich, welche großen Vorteile elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge haben. Aber auch die Nachteile wurden deutlich. Fazit muss sein, dass wir eine wesentlich eingeschränkteren Individualverkehr brauchen.

Am 27. September war ich, auf Einladung des NABU Ober-Lais, im Roten Moor, in der Rhön. Auch wenn die bisherigen Baufortschritte eher überschaubar waren, diente der Ausflug doch einer guten Zusammenarbeit zwischen uns als Kreisverband und einer sehr aktiven NABU Gruppe.

Am 11. Oktober vertrat ich den Kreisverband bei dem Ilbenstädter DEKAMERON, wo ich bei der Bewirtung mithalf.

Am 12. Oktober besuchten wir die Landesvertreterversammlung des NABU Hessen, bei der wir die bereits erwähnten Ehrungen für die bemerkenswerte Mitgliederwerbung erhalten haben.

Am 16. Oktober genossen wir den Vortrag von Arved Fuchs in der Stadthalle Friedberg. Auch wenn hierbei der Besuch etwas enttäuschend war, halte ich solche Veranstaltungen mit namhaften Referenten für ausgesprochen wichtig.

Am 18. Oktober fand dann der Abschluss der Präsentationen der neuen NABU Naturführer statt, der natürlich wieder hervorragend war.

Am 2. November besuchte ich die schon traditionelle Verleihung des Umweltschutzpreises des Wetteraukreises, wo ich diesmal auf ein Grußwort verzichtet habe, weil seit langem kein Vertreter des NABU dem Preis erhalten hat. Für das laufende Jahr möchte ich mich an dieser Stelle klar für den Vorschlag vom NABU Glauberg aussprechen, Karl-Hermann Heinz vorzuschlagen.

Welchen hohen Stellenwert die NABU Naturführerausbildung hat, konnte ich am 14. November erleben, bei der offiziellen übergabe der Zertifikate. Ich hoffe, und bin mir auch sicher, dass hiermit beste Öffentlichkeitsarbeit geleistet wurde und wird.

Bevor ich zum Ende meines Berichtes komme, möchte ich die gute Zusammenarbeit mit befreundeten Verbänden, wie der HGON betonen. Da Udo Seum heute keinen ornithologischen Fachbericht gibt verweise ich alle Interessierten Mitgieder auf die HGON Geschäftstelle in Echzell, wo jederzeit alle relevanten Details aus der Wetterauer Natur abgefragt werden können. Außerdem beinhaltet der Bericht aus dem Naturschutzbeirat, von Alfred Leiß ebenfalls viele wichtigen Details, sodass ich mich hier auf allgemeine Aspekte der Verbandsarbeit beschränken möchte.

Mit der gemeinsamen Weihnachtsfeier in der Umweltwerkstatt, am 12. Dezember, endete das Jahr 2014. Ein Jahr, in dem ich mich besonders bei meinem Stellvertreter Andreas Sievernich bedanken möchte, der mich mehrfach ganz hervorragend vertreten hat, weil ich verletzungsbedingt doch sehr eingeschränkt war. Außerdem danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der NABU Umweltwerkstatt, allen voran Alexandra Bauer, mit der jede Zusammenarbeit ausgesprochen toll ist. Aber auch allen anderen Vorstandskollegen ein herzliches Dankeschön, in das ich alle einbeziehen möchte, die im Wetteraukreis den Naturschutz allgemein und den NABU im Besonderen, durch aktive Vorstandsarbeit, aber auch praktische Naturschutzarbeit vorangebracht haben. Dieser Dank umfasst nicht nur das letzte Jahr, sondern auch die vergangenen zehn Jahre, die ich die große Ehre hatte, Euer Vorsitzender sein zu dürfen. Ich bin seinerzeit angetreten mit der klaren Vorstellung eine Entlastung für Frank-Uwe Pfuhl als Vorsitzenden der Umweltwerkstatt zu bewirken. Inwieweit mir das gelungen ist, möge bitte jeder selbst beurteilen. Meinem, heute zu wählenden, Nachfolger wünsche ich alles Gute und genau soviel Freude und auch entgegengebrachten Respekt, wie ich es häufig erleben durfte. Dass es gelegentlich auch zu Meinungsverschiedenheiten gekommen ist halte ich für normal und ich möchte auch betonen, dass ich dem NABU Kreisvorstand auch in Zukunft, wenn auch nur noch als Beisitzer, weiterhin angehören möchte. Freuen würde ich mich über das Mandat, weiterhin den Kreisverband in den lokalen NABU Gruppen repräsentieren zu dürfen. Andere Verpflichtungen, die ich mittlerweile eingegangen bin, sowie private Gegebenheiten, zwingen mich aber dazu keine größere Verantwortung mehr anzunehmen. Wer mich kennt dem ist klar das mir das sehr leid tut. Damit möchte ich schließen.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Jürgen Faust
Vorsitzender
NABU Wetterau